Besuch in Neubukow

Am 8. Oktober haben Pastorin Rutz, Frau Höltig und das Ehepaar Otto sich auf den Weg gemacht, um unserer Partnergemeinde in Neubukow (Mecklenburg) einen Besuch abzustatten und die Partnerschaft wieder ein wenig zu beleben.

Zu DDR-Zeiten sprach man von einer Patenschaft, die für fast jede Kirchengemeinde in der DDR von je einer Gemeinde in Westdeutschland übernommen wurde. Diese Patenschaften waren in doppelter Hinsicht sehr hilfreich und wichtig: Wir im Westen hatten viele Möglichkeiten, die Gemeinden materiell zu unterstützen, außerdem waren die menschlichen Kontakte ganz wichtig. Die materielle Unterstützung ist nun nicht mehr notwendig, viele Freundschaften haben sich aber erhalten. Nach der Wende wurde zum Glück die „Einbahnstraße“ in Richtung Osten Geschichte, endlich konnten gegenseitige Besuche zwischen beiden Gemeinden stattfi nden. Viele Jahre haben sich die jeweiligen Chöre und Posaunenchöre im Wechsel hier und da getroffen, der Kirchenvorstand der Broder-Hinrick-Gemeinde hat ein Wochenende in Neubukow verbracht, es gab Kanzeltausch (Tausch der Pastoren an einzelnen Sonntagen) und natürlich etliche private Freundschaften. In den letzten Jahren haben die Pastoren und die Chorleiter in beiden Gemeinden gewechselt, lange Vakanzzeiten, manche Probleme und Umstrukturierungen haben in beiden Gemeinden viel Kraft und Zeit gekostet. Aber seit eineinhalb Jahren – wer hätte das zur Zeit der Wende für möglich gehalten – gehören beide Gemeinden zu einer Landeskirche, der Nordkirche.

Da Frau Rutz zum ersten Mal in Neubukow war, gab es viel zu zeigen und zu erzählen. Wir freuten uns, das Pastorenehepaar Pörksen kennenzulernen, das sich seit Anfang dieses Jahres die Pastorenstelle in Neubukow teilt. Im Gemeindehaus gab es bei Kaffee und Keksen einen regen Austausch mit der Pastorin und einigen Gemeindegliedern. Die Besichtigung der alten Kirche (noch wunderschön und üppig geschmückt vom Erntedankfest) war natürlich besonders interessant, auch der Spaziergang durch den Ort. Das gemeinsame Mittagessen beim „gedeckten Tisch“ hat uns sehr beeindruckt. Der „gedeckte Tisch“ ist eine Begegnungsstätte, die von der Kirchengemeinde und der Stadt getragen wird. Für eine Spende kann man hier ein Mittagessen bekommen, das von Ehrenamtlichen zubereitet wird. Gerade für ältere Alleinstehende mit kleiner Rente eine wichtige Einrichtung.

Dorfkirche_WestenbrüggeAnschließend haben wir den herrlichen sonnigen Herbsttag genutzt, um mit einigen Neubukowern nach Kühlungsborn zu fahren und dort einen fast sommerlichen Spaziergang an der Ostsee zu genießen. Auf der Fahrt dorthin hatten wir noch die Möglichkeit, die wunderschöne alte Dorfkirche (mindestens 700 Jahre) in Westenbrügge zu besichtigen. Westenbrügge ist seit einigen Jahren mit der Kirchengemeinde Neubukow fusioniert.

Bevor es wieder zurück nach Hamburg ging, beschlossen wir diesen schönen und interessanten Besuch in unserer Partnergemeinde mit leckerer Sanddorntorte und weitem Blick über die Ostsee. Den Neubukowern sagen wir herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme und besonders auch Herrn Zastrow für die Führung am Nachmittag. Und wer weiß, vielleicht gibt ja in Zukunft wieder mehr Austausch und Kontakte zwischen zwei längst gleichberechtigten Kirchengemeinden.

Dörte Otto

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