Ostergarten

Liebe Kinder,

Es hat wirklich unglaubliche Vorteile, eine Maus in einer Kirche zu sein. Abgesehen von den schönen Orgelklängen, den Chören, die hier singen und den feierlichen Gottesdiensten haben wir Mäuse auch ein riesengroßes Außengelände, das wir hier mit vielen unterirdischen Gängen versehen können. 🙂

2015-3_ostermaus1Am letzten Wochenende schien die Frühlingssonne so schön warm und wir sind in den Garten von der Pastorin gelaufen, um dort zu spielen. Fips kam auf die Idee, wir könnten doch mal einen Ostergarten bauen. OstermausIch fand, das klingt gut, und dachte gleich an die bunten Schokoladen-Ostereier, die ich am Ostersonntag immer fand. Er sagte, wir wollten mal die Stationen nachbauen, die Jesus vor ganz vielen Jahren Ostern durchlaufen war. Ich bin ja eine sehr neugierige Maus und deshalb dachte ich: Lass ihn mal machen.

Er meinte, Jesus kam auf einem Esel nach Jerusalem, um dort das jüdische Passah-Fest zu feiern. Dazu wollten wir Palmenwedel auf den Boden legen. Da es hier natürlich keine Palmen gab, haben wir einfache Äste genommen. Die Juden jubelten ihm zu und hofften, dass Jesus sie befreien würde von den Römern, die zu der Zeit Jerusalem besetzten.

Am Gründonnerstag feierte Jesus mit seinen Jüngern Abendmahl. Dafür holten wir ein Stück Brot und ein bisschen Kirschsaft aus der Küche. Wir riefen alle unsere Freunde zusammen und dann feierten wir mit ihnen Abendmahl.

Lotta sagte, dass wir einen Hahn bräuchten, aber wir fanden gerade keinen. So durfte Lotta selbst den Hahn spielen. Jesus hatte nämlich vorausgesagt, dass er von einem seiner Jünger verraten werden würde, ehe der Hahn dreimal krähte. Sie wusste auch, dass der Mann Judas hieß, der den Römern verraten hatte, wo Jesus sich aufhielt. Daraufhin wurde Jesus festgenommen und vom Statthalter Pilatus zum Tode am Kreuz verurteilt.

Nun brauchten wir ein paar Dornenzweige, weil Jesus eine Dornenkrone getragen hat. Die römischen Soldaten verspotteten ihn als „König der Juden“, und dann bauten wir aus größeren Birkenästen ein Kreuz. Jesus musste sein eigenes Kreuz einen Berg hinauf tragen.

Wir stellten das Kreuz auf einen Maulwurfhügel und stellten uns vor, wie Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Wir wurden ganz traurig und konnten uns vorstellen, wie seine Freunde um ihn getrauert hatten. Die Frauen wickelten Jesus dann in Tücher und legten ihn in eine Höhle. Davor rollten sie einen großen, schweren Stein. Wir fanden im Garten ein paar Kieselsteine und bauten daraus die Höhle, und ein besonders großer Stein war der Felsen. Der war für uns tatsächlich ganz schön schwer und wir mussten ihn zu dritt schieben.

Am dritten Tag, also am Ostersonntag, gingen die Frauen, die Jesus zu Grabe gebracht hatten, zur Höhle und fanden die Höhle leer vor. Der schwere Stein war zur Seite gerollt und Jesus war verschwunden.

Da erschien ein Engel. Lotta wollte nun unbedingt der Engel sein und uns verkünden, dass Jesus  auferstanden sei. Die Frauen erzählten das den Jüngern, die das aber zuerst gar nicht glauben wollten. Erst als sie einen unbekannten Mann mit einem weißen Gewand sahen, der beim Mahl das Brot brach, erkannten sie Jesus. Jesus war auferstanden.Kirchenmaus

Eure Kirchenmaus