| Der Arbeitskreis Tansania der fünf Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden in Hamburg-Langenhorn informiert: | Die Kampagne "Erlassjahr 2000" hat das Ziel, den ärmsten Ländern der Erde die Schulden bei den westlichen Industrieländern zu erlassen. Befreit von den drückenden Zinsdiensten erhofft man eine Gesundung der schwachen Wirtschaft in diesen Ländern. Dazu gehört auch Tansania. Aus diesem Anlass möchten wir in fünf Folgen unsere Partnerdiözese und den Arbeitskreis vorstellen. |
Liebe Freundin,
ich fahre fort mit den Berichten über das Leben unserer tansanischen Partner; dieses Mal bekommst du einen Einblick in die Verhältnisse der Kirchen und Gemeinden. Alle Gruppen der Kirchen in Europa arbeiten heute mit den Afrikanern partnerschaftlich, d.h. auf gleicher Ebene zusammen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania ist eine selbständige Kirche, die von afrikanischen Theologen geleitet wird. Unsere Partnerdiözese, ein Bistum afrikanischer Prägung, ist mit einer Landeskirche bei uns zu vergleichen (wie unsere Nordelbische Kirche), aber flächenmäßig viel größer. Übrigens nimmt die Anzahl der Gemeinden stetig zu: 1992 waren es 15, jetzt - nach acht Jahren - sind es schon 19 !
Die einzelnen Gemeinden der Diözese und ihre Kirchen liegen weit voneinander entfernt. Sie sind nur von jüngeren und rüstigen Menschen zu erreichen, denn weite Fußmärsche sind nötig, um an den Gottesdiensten teilzunehmen. Fahrmöglichkeiten gibt es kaum und schon ein Fahrrad ist unerschwinglich. So ist die Mischung der Gottesdienstbesucher ihrem Alter nach in Afrika genau umgekehrt zu dem Bild, das unsere Gemeinden bieten.
Viele Gemeinden haben gar keinen Kirchraum; sie brauchen ihn aber, um von diesem Zentrum aus das Gemeindeleben zu organisieren. Die Gemeinschaft beim Gottesdienst und die anschließende Versammlung mit Singen und Gespräch sind ein ganz wichtiger Bestandteil im Leben der Afrikaner. So beginnt jede neue Gemeinde in gemeinsamer Arbeit Lehmziegel zu formen und zu trocknen, um sie dann zu den Wänden ihrer Kirche aufzumauern. Doch überall ist das Dach ein großes Problem. Um den Versammlungsraum dauerhaft vor dem reichlichen Regen zu schützen, ist trotz anderer einheimischer Möglichkeiten das Wellblech die einfachste Lösung. Aber Wellblech muss nach Tansania eingeführt werden, und in den armen Gemeinden ist es unmöglich das nötige Geld aufzubringen. So werden Gottesdienste oft in Kirchräumen gefeiert, die mit den nicht sehr haltbaren Palmblättern gedeckt sind. Kleine Verschönerungen und auch Altarkerzen sind unerschwinglich. Hier muss geholfen werden.
Wir freuen uns, wenn dieser Bericht Ihr Interesse gefunden hat. Zwei weitere Folgen zu dem gleichen Thema finden Sie in den nächsten Gemeindebriefen.