Was ist eigentlich Einzelfallhilfe?

von Pastorin F. Dethloff-Schimmer
Pastorin Fanny Dethloff-Schimmer

Immer wieder gibt es Menschen, die sich in großer Not an uns wenden - und für uns als Hauptamtliche wäre es kaum machbar oder tragbar, dauernd praktische Hilfe zu leisten. Dann ist es wirklich beruhigend zu merken, wieviele Menschen Hilfe anbieten.

Da braucht eine alte Frau einen Besuch, die Wohnung ist in einem schrecklichen Zustand. Wir reden darüber und versuchen, Hilfe zu organisieren. Eine Nachbarin ist im Krankenhaus, es müssen einige Telefonate geführt werden, damit die Verwandten Bescheid wissen, die Blumen gegossen werden, die Tiere versorgt sind. Es ist schön, daß viele Menschen diese Nachbarschaftshilfe mit leisten.

Manchmal geht die Hilfe aber weiter, und dann wird es zu einer Einzelfallhilfe. So bei V., die hochschwanger aus dem Osten kommend in Not geriet. Die Begleitung zu Ämtern und Ärzten übernahmen Ehrenamtliche, für V. war das sehr beruhigend, kannte sie sich in der Stadt doch nicht aus. Als die Wohnung endlich da war, halfen viele mit Spenden, damit sie das Nötigste zum Leben hatte. Vielen Dank.

Oder bei der Familie B., Mutter mit zwei Kindern, die obdachlos wurde und wo sich niemand von den Sozialämtern zuständig fühlte. Inzwischen hat die Familie eine Wohnung, nach zwei Wochen, die sie bei uns in der Gemeinde gelebt haben. Auch hier war es gut zu wissen, wie sehr diese Arbeit getragen wird von Menschen, die uns anriefen und Hilfe angeboten haben.

Es sind immer mehr Menschen, die durch alle Maschen fallen: Obdachlosickeit, Krankheit, Armut - nicht immer sind wir zuständig und können helfen, aber oft gelingt es uns, unkonventionell und schnell, unbürokratisch und kompetent Hilfe zu vermitteln. Da braucht einer einen Schlafsack oder einen Mantel, ein anderer etwas zu essen. Wir geben kein Geld aus, sondern ausschließlich Sachmittel. Gezielt bitten wir um Spenden und organisieren für einen Einzelfall Hilfe.

Fanny Dethloff-Schimmer