Von Fanny Dethloff-Schimmer...
...und von Andreas Riebl
"Und, haben Sie sich schon vorbereitet?!" Meine verdutzte Nachfrage, worauf, trifft auf Unverständnis. Na, das Millenium! Fest, Feier, Essen, Knallkörper, Einkauf, Vorräte, falls etwas sei, Reisen, Konzertkarten, Programm für Silversterabend.......
Ehrlich gesagt, habe ich vieles vorzubereiten. Silvester steht da eher hinten an. Gerade das beginnende Kirchenjahr braucht einiges an Überlegungen! Der Advent ist für uns der Beginn des Jahres. Wir sind nicht rückständig in der Kirche - sondern der Zeit voraus und so planen wir: Die stille Zeit in der Kirche (Öffnungszeiten an der Kirchentür und im Schaukasten). Der Adventskalender für Erwachsene gibt Anregungen, für jeden Tag etwas einzubringen. Und natürlich sind wir schon in den Weihnachtsvorbereitungen. Die Vorbereitung für den Weihnachtsabend für Menschen, die nicht gern allein feiern. Unsere Gottesdienste rund um Weihnachten müssen bedacht werden. Und dann erst ist da auch Silvester, den wir so bedenken. Daß es möglich ist, am Silvesterabend nach der Andacht eine geöffiiete Kirche vorzufinden. Daß zwischen all dem Trubel, der uns wohl ins Haus steht, Besinnliches Raum hat.. Daß Menschen, die Ängste haben, seelsorgerlich begleitet werden. Ja, insofern bereiten wir uns vor.
Nein, wir buchen nicht last-minute die Flugreise ins andere Land, wir suchen nicht verzweifelt die letzte Möglichkeit, vielleicht in Alaska das neue Jahrtausend zu begrüßen.
Wir bleiben bodenständig.
Luthers Satz: "Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen" im Ohr, bleiben wir beieinander, halten wir zusammen: Als Gemeinde und Kirche hier vor Ort.
Wir wünschen allen eine schöne Adventszeit, gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.
Fanny Dethloff-Schimmer
Für viele unserer Mitmenschen, so mein Eindruck, müßte der Adventskalender dieses Mal 31 Fenster haben - oder, um ein altes Gedicht abzuwandeln: Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, und wenn das fünfte Lichtlein brennt, man nur noch das Wort "Silvester" kennt.
"Millenium", "Jahrtausendwende" - Anbruch einer neuen Zeit? Manchen mag es vielleicht einen Schauer über den Rücken jagen, wenn Sie daran denken, Zeitzeugen dieses Zeitenwechsels zu sein, andere freuen sich vor allem auf den Spaß. Neunzehnhundert... wir hatten uns so daran gewöhnt, jetzt müssen wir neue Einfälle produzieren. ZwanzigNullNull? ZwanzighundertNullNull?
Das Jahr 2000 kommt so sicher wie der Euro. Da lassen wir uns auch nicht den Spaß verderben oder den heiligen Schauer nehmen von den Theologen oder Mathematikern, die uns darauf verweisen, daß Jesus ja schon im Jahre 7 v. Chr. geboren ist und wer bis zehn zählen könne sowieso erst ein Jahr später feiern dürfe. Auch die Auskunft, daß der jüdische Kalender z.B. schon im Jahre 5760 ist und auch der islamische Kalender nicht bei Christi Geburt anfängt sondern bei der Hedschra um 622 (n. Chr.) sollte uns nicht irritieren.
Das Jahr 2000 - es sind Zahlen von Menschen gemacht. Der Jahreswechsel hat keine kosmische Dimension. Eher ist es doch ein bißchen so, als hätten wir alle gleichzeitig Geburtstag. Also laßt uns feiern! Das Heilige aber bewahren wir uns für Weihnachten und den Advent auf.
Daß Gott, der Schöpfer des Universums, Mensch geworden ist, auf diese Erde kam als ein kleines Kind wie wir, ist für mich - nach wie vor - eine atemberaubende Sensation. Nun stehen wir vor dem 3. Jahrtausend, in dem Menschen diese frohe Botschaft feiern dürfen.
Andreas Riebl