Die Kerzen werden angezündet, es ist Zeit für den Abschied. "Sagen Sie, geben Sie sich immer so viel Mühe? Machen Sie das imme rmit so viel Engagement?" Die Frage verblüfft mich, nach einer Beerdigungsfeier fragte mich dies eine Angehörige.
"Ja, wenn wir können, lassen wir uns gern Zeit, gehen auf Wünsche und Fragen ein, sprechen alles genau miteinander ab."
Daß sich bei dem thema Bestattungen etwas tut, sehen wir gerade in Hamburg deutlich. Nicht nur durch die Aidsseelsorge werden auch die Beisetzungen individueller, vielefältiger, ja bunter.
Wie werden Kinder beteiligt bei der Beerdiguing der Groß´mutter? Wie werden liebevolle Rituale gestaltet, damit Trauer einen Ort und Zeit hat?
Das wünschen wir uns: Trauer zu ermöglichen und nicht zu verhindern, klagend vor Gott unser Leid zu bringen, Tröstliches gemeinsam zu suchen.
Als Pastorin und Pastor sind wir inzwischen Spezialisten und teilen dieses Wissen gerne mit anderen, möchten Mut machen zu Trauer- und Gedenkfeiern.
Seelsorge für Trauernde, dafür ist immer Zeit - auch während des Basars.
Seelsorge bei Sterbenden und für Angehörige, Beratung und Begelitung, das braucht seine Zeit.
Manches kommt dann kürzer in der Gemeinde als uns lieb ist. Mancher Termin muß noch einmal verschoben werden.
Doch diese Arbeit, Menschen in Not nicht allein zu lassen, geht vor.
Die Solidarität aller Kirchenglieder ermöglicht diese Arbeit.
Sie wird bei uns eben nicht als Dienstleistung verzweckt als Dienstleistung innerhalb eines Bestattungsinstitut angeboten, sondern steht allen offen:
dem obdachlosen Mann, der wenigstens eine würdige Feier erhält, bevor er anonym beigesetzt wird, ebnso wie der verstorbenen alten Frau mit großem Familienanhang oder das kleine Kind mit der alleinstehenden Mutter.
Und noch etwa: bei uns wird das Gedenken an die Toten wachgehalten: die Erinnerung hat ihren Platz, so >Ewigkeitssonntag, aber auch bei vielen persönlichen Gedenkfeiern, die gut tun.
Die Gedenkstätte in Ohlsdorf für unbestattete Kinder ist ein Jahr alt und solch guter Ort, wo Trauer Platz findet, ganz gleich ob die Kinder vor 55 Jahren im Krieg oder danach starben oder heute als zu kleine Föten unbestattet blieben.
Für persönliches Gedenken bieten Raum, Bestattungen und Trauerbegleitung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. "Mein Bruder ist schon so lange tot, und doch finde ich keine Ruhe", manches Gespräch beginnt so und findet seinen Schlußpunkt in einer Erinnerungs- oder Gedenkfeier, um den Abschied zu vollziehen.
Wenn Sie den Wunsch haben, auch für ihre Angehörigen am Ewigkeitssonntag eine Kerze angezündet werden soll, wenden Sie sich an unser Kirchenbüro, Tel. 520 42 81.