In den Gärten blüht es. Das Grün der Bäume glänzt in allen Schattierungen.
Die Pavillons stehen in den Gärten bereit für kühlere Abende. Die Grillsaison ist eröffnet.
Ausatmen und entspannen nach einem anstrengenden Arbeitstag oder nach der Haus- oder Gartenarbeit.
Ein Buch oder eine Zeitung lesen, Kinder, die spielen, die Seele baumeln lassen.
Ein altes Sommer- und Kirchenlied drückt dies aus:
Geh aus mein Herz und suche Freud
in dieser lieben Sommerszeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
Gärten, das ist ein solch alter Menschheitstraum, die Nachgestaltung des Paradieses. Und ein Stück, wenn man es denn richtig genießen kann, ist ja dran: paradiesisch geht es uns. Auftanken für die Seele zwischen blühenden Beeten und heranreifenden Früchten.
Wir brauchen diesen Blick für das Schöne um uns herum, um den Sorgen und Nöten standzuhalten. Die Seele braucht Nahrung, um Kraft zu behalten. Uns umgeben die Nachrichten vom Krieg, von Gewalt, von Jugendlichen, die keinen Halt haben, von Menschen, die krank sind und die wir schätzen.
Vieles lastet auf uns, vieles ist in den Familien nicht so, wie wir es uns vielleicht wünschen.
Das Auftanken der Seele tut da gut.
Und auch das Reisen gehört hierher, für die, die wegfahren können in den Ferien. Ausspannen und auftanken, neue Eindrücke mitbekommen, sich an dem Schönen freuen. Sich und andere neu sehen in dieser Zeit.
Und dies ganz bewußt tun, denn sonst rauschen die meisten Schönheiten an uns vorbei.
Paul Gerhardt, der Dichter dieses schönen Sommerliedes, hat viele ermutigende Texte gedichtet, und das in der Zeit nach dem 30jährigen Krieg (1618 bis 1648), wonach ganze Landstriche entvölkert waren, die Seuchen grassierten und die Verwüstung an der Tagesordnung war.
Die Träume, die Hoffnungen, die Kraft erhalten wir uns nur in Gemeinschaft, mit Gesang und Einkehr und mit dem Bewahren eines Blickes für die Schönheiten.
Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe,Solche Glaubensfrüchte, dem Tun des Guten, dem immer neuerlichen Versuch, etwas an Liebe weiterzugeben wünsche ich Ihnen und mir in diesem Sommer.
gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe,
viel Glaubensfrüchte ziehe.
Ihre Pastorin F. Dethloff-Schimmer