"Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe." (Monatsspruch Dezember 2000 aus Lukas 1,78)
"Vor langer, langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, begab es sich..." so beginnt manches Märchen aus vergangenen Tagen. Von Prinzessinnen und Königssöhnen wird erzählt, von Hexen und Zauberern, Mägden und Bauern, Zwergen und Elfen. Jahrhundertelang spiegelten die Märchen verzaubert die Lebenswelt der Menschen wider, die sie sich von Generation zu Generation erzählten. Die Veränderungen blieben überschaubar in jenen Zeiten.
Für uns heute gehören die Märchen der Gebrüder Grimm, von Hans Christian Andersen oder aus 1001 Nacht meist in die eigene Kindheit. Und einmal im Jahr, in der Adventszeit erinnert sich mancher vielleicht gern an manches Märchen zurück, angeregt durch die Ankündigungen der Weihnachtsmärchen an den Theatern. Die Advent- und Weihnachtszeit hat etwas Märchenhaftes an sich. Kaum zu einer anderen Jahreszeit haben die alten Bräuche unserer Vorfahren so viel Konjunktur wie vor und zu Weihnachten.
In diesen Wochen funktioniert noch etwas von dem, was in unserer sich immer schneller wandelnden Zeit weitgehend verlorenen gegangen ist. Die meisten halten sich noch an die Rituale und Gewohnheiten um Adventsgebäck, Tannengrün und Lichter - alles drei Zeichen der Hoffnung und Geborgenheit in einer Jahreszeit, die ohne unsere Bräuche eher ungemütlich wäre. Es ist die Zeit, in der das Wünschen manchmal noch hilft. Kinder schreiben Wunschzettel, Erwachsene überlegen, was sie sich diesmal vom Weihnachtsgeld gönnen wollen. Und mit Blick auf Silvester haben auch wieder einmal unsere guten Vorsätze eine Chance, was wir in unserem Leben ändern wollen. Es ist die Zeit der Erwartungen.
Für uns Christen hat der Advent über das Warten auf Weihnachten hinaus eine übergeordnete Bedeutung: Wir warten auf die Ankunft (Advent) Christi in unserer Welt. Hoffnungen knüpfen sich an jahrtausende alte Prophezeiungen. Gott ist nicht fern, auch nicht in den dunkelsten Zeiten. Er hat selbst durch seinen Sohn Jesus Christus das Schicksal der Menschheit geteilt. Davon spricht der Evangelist Lukas, der Bote der Weihnachtsgeschichte, wenn er schreibt: "Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe". Deshalb tun wir gut daran, jetzt Kerzen anzuzünden, als Zeichen der Gegenwart des göttlichen Lichtes in unserer Welt. Der Advent hat etwas märchenhaftes Und in den Märchen der Alten spiegelt sich die Hoffnung, daß Gott unter uns wirkt - mehr als Hexen und Zauberer.