Archiv der Kategorie: Briefe an die Gemeinde

Briefe der Pastorinnen und Pastoren sowie des Kirchenvorstands an die Broder Hinrick Gemeinde. In der Regel sind dies die im Gemeindebrief veröffentlichten Hauptartikel.

Mittagsgeläut zum Gebet,
Brief der Pastorin an die Gemeinde

Der Herr ist mein Hirte
„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“

Liebe Broder-Hinrick-Gemeinde,

alles,was uns sonst ausmacht: das Feiern und die Gemeinschaft, das Singen in den Chören und im Gottesdienst, der Austausch und die Begegnung von Angesicht zu Angesicht, die Treffen in den Gruppen und Kreisen und in der Bücherstube, die Konfistunden. Alles nicht möglich, weil ein kleines Virus uns seine Macht zeigt. Die Kirche und das Gemeindehaus sind geschlossen. Mich schmerzt sehr, dass wir sonntags keine Gottesdienste feiern dürfen und ich bin traurig darüber, dass wir entscheiden mussten, die Konfirmationsgottesdienste in den Herbst zu verschieben.

Aber es ist richtig so. Es ist jetzt wichtig, dass wir Abstand halten voneinander. Aber im Herzen gibt es keinen Abstand. Ich fühle mich gerade jetzt mit Euch allen sehr verbunden, weil wir alle dasselbe erleben und uns auf einmal in vollkommen Neues einüben müssen. Vielleicht nicht alle, weil gerade die ältere Generation sicher noch härtere Zeiten erlebt hat. Wirmüssen und wir werden nicht hungern. Es braucht keine Vorräte für ein Jahr. Die Welt geht nicht unter. Und wer Hilfe benötigt,kann sich gern an uns wenden, die „Broder Hinrick Helferlein“ formieren sich gerade.

Von uns wird nur abverlangt,unsfür einengewissen Zeitraumzurückzuziehenund mehr Zeit mit uns selbst zu verbringenund mit denen, die uns nah sind in den vier Wänden, den Zwei-und den Vierbeinern.

Wir in Broder Hinrick möchten Euch allen ein Zeichen der Verbundenheit senden. Einen Gruß von der Kirche jeden Tag. Auf der Höhe des Tages läuten werktags unsere Glocken um 12 Uhr, den Klang sind wir gewohnt.Nun werden die Glocken fortan in dieser ungewöhnlichen Zeit auch am Wochenende mittags um 12 Uhrläuten.

Alle sind eingeladen, mittags um 12Uhr innezuhalten, ganz gleich an welchem Tag. Wer mag,spricht ein Gebet oder zündet daheim eine Kerze an. Jeden Mittag werden wir in der geschlossenen Broder-Hinrick-Kirche dann zum Glockengeläut eine Kerze entzünden und ein Vaterunser sprechen. In das Gebet nehmen wir dann auch alle die mit hinein, die jetzt in besonderer Weise beansprucht und herausgefordert sind. Durch ihre Berufe, durch ihre persönliche Situation oder durch die Sorge um das Morgen. Mögen unsere Gebete erhört werden und unsere Herzen und Hände dadurch auch stark und zuversichtlich werden.

Denn: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Herzliche Grüße und Gottes Segen, sorgt gut für Euch und füreinander.
Gemeinsam schaffen wir das, mit Abstand -aber im Herzen verbunden. Ihre und Eure

Pastorin

Bettina Rutz

Gemeindebrief Dezember 2014

Pastorin Bettina RutzLiebe Leserinnen und Leser,

am letzten Sonntag im November haben wir das neue Kirchenjahr begrüßt. Es beginnt immer mit einer ganz besonders Zeit: dem Advent, der Zeit des Vorbereitens. Schritt für Schritt gehen wir auf Weihnachten zu und öffnen Türchen am Kalender, dafür ist man eigentlich nie zu alt. Meine Großmutter hatte immer, sobald der 1. Advent gekommen war, einen schönen Brauch: Sie holte zuerst Maria und Josef heraus und stellte die beiden auf das Fensterbrett. Zuerst standen die beiden ganz allein da, die Krippe und die Hirten kamen erst am vierten Advent dazu. Gemeindebrief Dezember 2014 weiterlesen

Gemeindebrief September 2014

Pastor Rainer Aue„Gott, wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.“ (Psalm 104, 28)

Liebe Leserinnen und Leser,

was haben Sie in den Sommerferien gesammelt? Kraft? Licht und Wärme? Erholung? Neue Eindrücke? – Hoffentlich von allem reichlich.

Vielleicht haben Sie auch fotografiert und sichten nun, zurück in Hamburg, die gesammelten Fotos.

Ich denke, es ist gut, wenn wir unsere gesammelten Urlaubserinnerungen mit in den Alltag hineinnehmen. Schließlich erleben wir meist besonders schöne Momente im Urlaub. Schaue ich mir beispielsweise ein Urlaubsfoto an, dann erinnere ich mich an die Situation, in der das Bild entstanden ist, an die Gerüche, die Stimmung, an mein Urlaubsgefühl. Das gibt auch für den Alltag Kraft. Gemeindebrief September 2014 weiterlesen

Gemeindebrief Juni 2014

Pastorin Bettina Rutz
Liebe Leserinnen und Leser,
Streit unter Brüdern, das kommt in den besten Familien vor. Es geht wie so oft um das Erbe des Vaters. Als ob sich am Geld noch mal zeigt, wem die Liebe immer schon galt. Jakob will alles für sich. Und hinterlistig gelingt es ihm, ans Erbe zu kommen. Er verkleidet sich als sein eigener Bruder, der Erstgeborene, und der fast blinde Vater lässt sich täuschen und verspricht ihm alles. Nun ist Jakob auf der Flucht, auf der Flucht vor seinem wütenden Bruder, vielleicht auch auf der Flucht vor seiner eigenen Schuld. Unruhig und getrieben zieht er umher. Bis die Müdigkeit ihn überfällt und er sich erschöpft auf den nackten Boden legt, um etwas Ruhe und Schlaf zu finden. Als Kopfkissen dient ihm ein Stein. Gemeindebrief Juni 2014 weiterlesen

Abschied

Pastorin Ute Parra Liebe Gemeinde,

seit mehr als 10 Jahren bin ich jetzt schon in der Broder-Hinrick-Gemeinde tätig. Es war eine schöne Zeit. Sowohl die anfängliche Arbeit mit Konfirmanden als auch die Zeit als Pastorin im Ehrenamt war sehr bereichernd für mich. Konfirmationen, große und kleine Gottesdienste, Basare…

Vieles habe ich auch dazugelernt. Das alles kann ich gut gebrauchen, wenn ich ab dem 1. April 2014 hauptamtlich als Pastorin am Osdorfer Born arbeite. Einerseits freue ich mich, dass ich nun endlich meinen Traumberuf auch hauptamtlich ausüben kann. Andererseits muss ich jetzt von Euch und Ihnen Abschied Vieles habe ich hier erlebt: die Taufe meines Sohnes, nehmen. Das fällt mir nicht leicht und ich hoffe, dass der Kontakt nicht ganz abreißt. Beim Gemeindejubiläum will ich auf jeden Fall dabei sein…

Vielen Dank für alles!

Ute Parra

Gemeindebrief April 2014

Pastorin Bettina Rutz
Liebe Leserinnen und Leser,

vor vielen hundert Jahren hat ein kleines Mädchen einen großen Kaiser sehr zum Staunen gebracht. Katharina hieß das Mädchen, sie war eine Christin und lebte in Alexandria. Sie kannte viele Geschichten über Jesus, natürlich auch die Ostergeschichte vom leeren Grab: Als die Frauen damals zur Grabhöhle kamen, in die man Jesus gelegt hatte, da fragten sie sich schon den ganzen Weg: „Wer wird uns den schweren Stein wegrollen?“ Die Sorgen begleiteten sie auf ihrem Weg, aber anscheinend war die Hoffnung größer, dass es sich irgendwie fügen könnte. Dass ihnen jemand zur Hilfe kommen würde, der den schweren Stein, der den Leichnam vor wilden Tieren schützte, zur Seite schaffen kann. Wären sie sonst losgegangen? Gemeindebrief April 2014 weiterlesen

Gemeindebrief Februar 2014

Pastorin Ute Parra zur Jahreslosung 2014Liebe Leserinnen und Leser,

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“,

so heißt es im Psalm 73, Vers 28, und so lautet unsere Jahreslosung für das Jahr 2014. Nicht ohne Grund hat man sich dabei diesmal für die Einheitsübersetzung entschieden und nicht für den Text der Lutherbibel, denn dort heißt es: „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte.“ Das klingt auch schön, aber es fehlt das Wort „Glück“, das zurzeit eine Art Modewort ist. Sei es bei der Themenwoche in der ARD Ende des letzten Jahres oder in den verschiedensten Ratgebern und Lifestyle-Magazinen. Gemeindebrief Februar 2014 weiterlesen

Gemeindebrief Dezember 2013

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort (…). In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht ergriffen.“ Prolog des Johannesevangeliums

Pastorin Bettina Rutz
Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt die sogenannten ersten und letzten Worte. Mit den ersten beginnt in der Regel etwas ganz Neues, die letzten beschließen, beenden und begrenzen die Angelegenheit. Gemeindebrief Dezember 2013 weiterlesen

Gemeindebrief September 2013

„Seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“
(Monatsspruch für September, Nehemia 8,10)

Pastorin Bettina RutzLiebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie das lila Armband? Erfunden hat es der amerikanische Pastor Will Bowens aus Kansas City. Am Anfang stand eine Vision: Wie wäre es eigentlich, wenn man die Welt in eine jammerfreie Zone verwandeln würde? Kein Meckern und Klagen, kein Kritisieren und Tratschen. Frei nach dem Motto: Wenn du mit etwas nicht zufrieden bist, dann versuche es zu ändern. Wenn du es nicht ändern kannst, Gemeindebrief September 2013 weiterlesen