Manchmal bin ich einfach nur traurig

Liebe Kinder,

2015-2_kirchenmausManchmal bin ich einfach nur traurig – kennt ihr das auch? Dann möchte ich niemanden sehen und auch nichts hören. Ich habe zu überhaupt nichts Lust. Meistens regnet es auch noch draußen und wird gar nicht hell. Ich starre dann einfach so vor mich hin. Mama fragt: „Was ist los mit dir? Bist du krank?“ – „Ne.“ – „Aber irgend etwas ist doch.“ – „Nein.“ – „Möchtest du etwas essen?“ – „Ich habe keinen Hunger!“ – „Ich mache dir einen Apfelpfannkuchen. Den isst du doch so gern.“ – Sie nervt mich dann richtig mit ihrer Fragerei. Dabei meint sie es nur gut. Aber ich kann und will nicht.

Draußen höre ich die anderen spielen und lachen. Ich denke dann, ich kann nie wieder richtig froh und glücklich werden. Ich will mich in mein innerstes Mauseloch verkriechen und sonst nix.

Und dann, wenn ich ganz bei mir selbst bin, dann höre ich eine Stimme, die sagt mir, dass jeder Mensch und jede Maus auch mal traurig und lustlos ist. Und dass das gar nicht schlimm ist. Und dann sagt mir diese Stimme, dass ich nicht allein bin und dass da immer jemand bei mir ist, auch jetzt. Und dass ich immer mit ihm sprechen kann über alles, was mich bedrückt, oder auch nur schweigen darf. Und trotzdem ist er immer bei mir. Ich fühle mich richtig geborgen, wenn ich diese Stimme höre. Sie tut mir unendlich gut. Und wisst ihr was? Ich beginne auch, leise zu sprechen und teile dem lieben Gott meine Gedanken mit. Ja, ich bin sicher, das ist der liebe Gott oder ein Engel, der da in meiner Nähe ist und mich behütet. Es ist wie ein Gespräch mit einem guten Freund oder vielleicht ist es auch so etwas wie ein Gebet.

Nach einer Weile beginne ich die Augen zu heben, merke, dass ich lächle und verspüre in meinem Bauch einen unglaublichen Appetit auf Apfelpfannkuchen.Kirchenmaus

Eure Kirchenmaus

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